Bezirk

Wir über uns

Die Geschichte der Gemeinschaftsarbeit in Göppingen und im dazugehörigen Bezirk reicht zurück bis in das 18. Jahrhundert. Schon Prälat Christoph Oetinger (1702-1782) berichtet in seinen Lebenserinnerungen von pietistischen Versammlungen in Goeppingen. Zunächst trafen sich eine Reihe von Handwerkern und Kaufleuten in Privathäusern.

Im Jahr 1897 wurde für Göppingen der erste hauptamtliche Gemeinschaftspfleger angestellt, weil die Versammlung auf etwa hundert Personen gewachsen war und auch im Umkreis viele Stunden entstanden.

Im Jahre 1918 konnte das Gemeinschaftshaus am Rosenplatz erworben werden. Der Krieg und verschiedene persönliche Schicksale hatten die Gemeinschaft ihrer Versammlungsstätten beraubt.

Das Haus am Rosenplatz 7 soll nach dem Willen der früheren Besitzerin für immer die Heimat der Gemeinschaft bleiben. Es darf nicht privat veräußert werden, so steht es im Grundbuch

Die Gemeinschaft in Göppingen stellt sich vor

Von Brigitte Lauterwasser

Die Geschichte der altpietistischen Gemeinschaft in Göppingen geht weit zurück. Ihre folgende sehr bruchstückhafte Aufzeichnung sprengt eigentlich den vorgegebenen Rahmen.

Von Versammlungen hören wir bereits durch Prälat Oetinger (1702-82), sowie von einem Kreis namentlich bekannter Männer, meist Handwerker, und einer Anzahl Frauen schon um das Jahr 1865, die sich erst in einem Privathaus, dann, als der Kreis mehr und mehr wuchs, im evangelischen Vereinshaus versammelten. Zur Pflege dieser und auch der im Umkreis sich mehrenden Stunden, wurde am 1.10.1897 vom Brüderrat des Altpietistischen Gemeinschaftsverbandes in Stuttgart der erste Gemeinschaftspfleger, Bruder Enderlin, eingesetzt. Ihm folgten bis heute eine Reihe hauptamtlich tätiger Brüder zur Pflege unserer Stunden im ganzen Bezirk.

Einem spannenden Erlebnisbericht des Gemeinschaftspflegers Steuer entnehmen wir, daß zu Beginn des ersten Weltkrieges die Gemeinschaft aus 100-120 Gliedern bestand, die in einem Fabriksaal der Firma Deuschle zusammenkamen. Kriegsbedingt trat kurzfristig eine akute Raumnot auf. Auf anhaltendes und ernstliches Gebet hin griff Gott in diese Notsituation ein und gab auf wunderbare Weise nicht nur ein Haus, sondern machte die Herzen aller Glieder bereit, ihr mühsam Erspartes beizusteuern, so daß in den letzten Jahren des ersten Weltkrieges das jetztige Haus am Rosenplatz schuldenfrei übernommen werden konnte. Noch Jahrzehnte später waren die dann noch lebenden Glieder von den damals erlebten Gebetserhörungen überwältigt.

Die Räume füllten sich mit Leben, es fanden Sonntags- und Wochenstunden statt, auch ein Kreis für die weibliche Jugend, Frauenstunde, Sonntagsschule, Gebetskreis der Brüder, Chorprobe...

Brüder und Schwestern stellten ihre Zeit und ihre Gaben selbstverständlich zur Verfügung. Nicht nur, daß der Brüdertisch abwechselnd reich besetzt war, zur Freude aller oft auch mit auswärtigen Brüdern, auch eine Reihe von Stunden im Bezirk wurden, neben dem Gemeinschaftspfleger, durch Göppinger Brüder bereichert.

Der zweite Weltkrieg ging auch an der Göppinger Gemeinschaft nicht spurlos vorüber. Brüder rückten ein. Durch Straßenverdunklung und Fliegeralarm wurde es immer beschwerlicher, die Wohnung zu verlassen. Beim Fliegerangriff auf Göppingen konnten Brandbomben entschärft und ein Brand im Anfang erstickt werden. Gott selber hielt über sein Haus seine schützende Hand. Seit ca. 70 Jahren übrigens ist es Wohnsitz des jeweiligen Gemeinschaftspflegers und dessen Familie. Es war in den fünfziger Jahren, als Familie Rose aus dem hohen Norden zu uns stieß. Wir alle kennen den unermüdlichen und selbstlosen Einsatz von Bruder Rose über Jahrzehnte hinweg. Gott möge diese Hingabe ihm und seinen Kindern vergelten.

Während des Krieges und in den Jahren danach erhielt die Gemeinschaft nur wenig Zuwachs. Die verschiedenen Kreise wurden kleiner und kleiner. Übriggeblieben ist unsere Samstagsstunde mit nur wenigen Besuchern und der Bibeltreff.

Gott lehrt uns Bescheidenheit, und wir sind ihm dankbar, daß ER sich unseres kleinen Häufleins annimmt und immer wieder einzelne Menschen schenkt, die in unserer Mitte die Stelle der Heimgegangenen und Kranken einnehmen. Immer wieder neu deckt er uns den Tisch reich. Dank sei hier den Brüdern, die diesen Dienst in großer Treue tun. Was an uns, in der Regel altgewordenen Stundenleuten, mit eingeschlossen sind die wegen Alter oder Krankheit ans Haus Gebundenen, liegt, wollen wir Treue halten und Gott um seines Segnens willen in den Ohren liegen. Wir sind gespannt, was ER mit unserer Stunde vorhat. Gott allein gebührt die Ehre.

Bibeltreff - früher Jugendkreis

Von Nelly Winter

Wann der Kreis genau entstand, ist nur noch schwer zu erfahren, aber es ist schon ca. 30 Jahre her. Gegründet wurde er von dem ehemaligen Göppinger Gemeinschaftspfleger Ewald Diez als Jugendkreis. Erst als allmählich das Durchschnittsalter der Teilnehmer immer mehr Richtung 30 stieg, suchten wir 1992 einen neuen Namen für den Treffpunkt und entschieden uns für "Bibeltreff".

Wie traffen uns jeden Samstag im Gemeinschaftshaus am Rosenplatz, um 19:30 Uhr zum Gebetskreis. Um 20:00 Uhr begann dann das Programm. Meistens besteht das aus Singen und einer Bibelarbeit, die einer von uns hält. Wir hatten aber auch immer wieder Gäste, die Bibelarbeiten oder Themenabende übernehmen (Landesjugendmitarbeiter: Jörn Dauer, Vorsitzenden Otto Schaude, ...). Das Programm wird von uns gemeinsam festgelegt und enthält auch Feiern, Wanderungen, Spiele- oder Quizabende und vieles mehr. Während der Sommerferien hatten wir ein "lockeres" Programm mit Minigolfen, Grillen, Kegeln ...

Bis 1995 fuhren wir über Silvester eine Woche zu einer gemeinsamen Freizeit weg, was sehr schön war. Leider wurden es durch Veränderungen der Arbeitswelt immer weniger Teilnehmer, so dass wir diese Tradition fallen lassen mussten. Aber auch heute noch verbringen wir den Jahreswechsel gemeinsam, wer will, mit Übernachtung.

Von Ekkehard Köhler
Seit 2000 gibt es den Gebetstreff vorher nicht mehr, dafür machen wir nach dem Programm meistens eine Gebetsgemeinschaft, wo jeder seine Anliegen vor Gott bringen kann und andere das Anliegen gemeinsam tragen können.

Maientage

(von Ekkehard Köhler)
Seit Anfang an haben wir die Möglichkeit auf den Maientagen in Göppingen missionarisch Tätig zu sein. Wir wurden von Frau Roschmann (Eislingen), die immer, wenn es möglich war dort in die Bibelstunde ging darum gebeten. Sie meinte: "Die Maientag ohne Glaubensimpulse sind keine richtigen Maientage." Als Gesamtpächterin für den Festplatz hatte sie uns gebeten einen Stand dort zu eröffnen. Dieser war Jahrelang ein solider Stand mit Schwartenbrettern, der es ermöglichte, daß wir die Bücher über Nacht dort sicher einschließen konnten.

Inzwischen hat ihr Sohn wieder erlaubt, daß wir unsere Arbeit aufnehmen. Jedoch mit der Option, daß der Stand jederzeit an eine andere Stelle transportierbar sein muß und wurde auf 2 Meter begrenzt. Dies macht uns viel Sorgen, vor allem weil wir nicht mehr unter dem Dach der ehemaligen Hohenstaufenhalle stehen können.

2009 sind uns bei einem Wolkenguß tatsächlich sehr viele Sachen davongeschwommen, in dem reißenden Bach, der sich in der Straßenkandel gebildet hatte. Seitdem haben wir einen Lattenrost, damit wir vom Boden wegkommen und basteln an einem besseren Regenschutz.