Bezirk

Aus der Gemeinschaft in Kuchen

Die Anfänge bis 1945

Es ist nicht bekannt, wie lange in Kuchen eine Altpietistische Gemeinschaftsstunde besteht. Der frühere Gemeinschaftsleiter, Gärtnermeister Karl Pressmar, berichtete, daß während des ersten Weltkrieges ein Bruder aus Göppingen mit der Bahn nach Kuchen kam und im nahegelegenen Haus Pressmar Stunde hielt.

Ums Jahr 1930 muß die Stunde klein gewesen sein. Einige ältere Frauen kamen zusammen und beteten längere Zeit um neues geistliches Leben und insbesondere darum, daß am Ort auch Brüder sein sollten, die das Wort verkündigten.

1937 kam dann Pfarrer Lute und blieb bis 1952. Er war in besonderer Weise ein Bußprediger. Darüber hinaus hatte dieser Pfarrer in biblisch-nüchterner Weise die Gabe der Krankenheilung. Dadurch wurde er über den Ort hinaus bekannt. Es entstand geistliches Leben, besonders auch unter jungen Menschen. Für manchen jungen Mann war es eine Vorbereitung auf die schwere Zeit des zweiten Weltkrieges. Viele von ihnen kehrten nicht mehr zurück. Andere wurden durch schwere Erlebnisse körperlich und seelisch geprägt für ihr Leben. Pfarrer Lute hielt selbst die Gemeinschaftsstunde und förderte sie nach Kräften.

Die Jahre nach 1945

Nach dem Krieg kam Bruder Georg Semle und begann die Brüderstunde mit den Brüdern, die heimgekommen waren. Er tat auch viele Dienste im Bezirk. Zeitweise war er Mitglied im Landesbrüderrat.

Diese Brüderstunde war auch der Ausgangspunkt dafür, daß während vieler Jahre bis heute Brüder von Kuchen bereit waren, Dienst zu tun in den Stunden des Geislinger Bezirks und auch Filstalabwärts. Zeitweise konnten bis zu zehn Brüder jeweils zu zweit eingeteilt werden.

Seit den 60er Jahren gibt es in Kuchen eine gemischte Kinderstunde. Sie wurde von Schwester Gertrud Flad gegründet und zunächst in Privathäusern gehalten. Um diese heranwachsenden Kinder weiterzuführen, fing danach Schwester Anna einen Jugendkreis an, auch zuerst im Privathaus. Sie ist uns als sehr umtriebige, couragierte Person in bester Erinnerung. Unter Prediger Hüttmann startete als einer der ersten ein Bibelgesprächskreis der mittleren Generation. Dieser erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und wird zur Zeit von Prediger Martin Rudolf aus Laichingen geistlich betreut.

Aus der Kinderstunde in Kuchen

Die Kinderstunde in Kuchen hat schon eine lange Geschichte, wie oben beschrieben. Ursprünglich war es eine gemischte Kinderstunde. Nachdem wir vor zwei Jahren nach einer Einladeaktion einen sehr großen Zulauf hatten, wurde es auf die Dauer einfach zu schwierig. Und da es in Kuchen von der Kirche gerade eine gute Bubenjungschararbeit gibt, wurden unsere Jungen nach einem gemeinsamen Festle dorthin eingeladen, sofern sie nicht sowieso schon parallel dort waren und mit den Mädchen startete eine neue Mädchenkinderstunde von der ersten bis zur vierten Klasse. Wir sind zur Zeit eine prima Gruppe mit 12-15 regelmäßigen Teilnehmern. Bei uns wird gerne gesungen und die biblischen Geschichten werden immer mit Spannung erwartet. Es ist faszinierend zu sehen, wie aufmerksam die Mädchen zuhören und bei der Sache sind. Aber auch Basteln, Spiele drinnen und draußen oder gemeinsam Obstsalat oder Bratäpfel machen sind begehrte Programmpunkte. Oft sind wir alle miteinander überrascht, wie schnell unsere Zeit vorbei ist und wir doch scheinbar erst gekommen sind. Aber dann ist es gut, zu wissen: Nächste Woche gehts ja wieder weiter. Zur Zeit sind wir auch schwer auf Mitarbeitersuche und für alle Tips dankbar.

Magdalene Notz

So sieht es heute aus

Die Gemeinschaft in Kuchen ist heute ein Spiegelbild der ganzen Gemeinschaftsbewegung. Von unseren Geschwistern sind die meisten mit mancherlei Beschwerden alt geworden. Gerade sie sind es aber, die, wenn möglich, regelmäßig in die Stunde kommen und sie durch ihr Opfer unterstützen.

Auf Wunsch des Verbandes kam Kuchen 1997 zum Göppinger Bezirk.

Konrad Eysel und Eugen Schmid