Bezirk

Gemeinschaft Lichtenwald - wie es begann

Der Anfang der Lichtenwalder Gemeinschaft dürfte vor 1920 liegen. So weit zurück erinnert sich unser ältestes Gemeindeglied Frau Rosa Alber - 85 Jahre alt. Unsere Gemeinschaftsstunden waren typische Hauskreise. Je einer in den Dörfern Hegenlohe und Thomashardt - heute Lichtenwald. Man traf sich etwa alle 14 Tage in Privathäusem. Die Brüder Christian Specht und Schneider Fritz legten das Wort Gottes aus oder lasen eine Predigt z.B. von Michael Hahn oder es kam der Bezirksbruder von Göppingen. Anfänglich versammelte man sich bei der "Schnitzlers Ricke" (Friedericke Adam). Nachdem eines Tages ihr Haus abbrannte, durfte die "Stunde" bei Familie Enßle zu Gast sein. Ab Anfang der vierziger Jahre traf sich die Gemeinschaft 25 Jahre lang bei Frau Rosa Alber. In Hegenlohe war die "Stunde" im Mesnerhaus beim Schneider Fritz, neben der Kirche zu Hause.

Ab 1965, nachdem in Thomashardt eine Kirche mit Gemeinderäumen gebaut wurde, haben die beiden Gemeinschaften sich zusammengeschlossen und ihr Domizil nach dort verlegt.

Viele, viele Jahre diente Bruder Lauterwasser mit der Wortauslegung. Dazu mußt er mit dem Zug nach Reichenbach fahren und dann mindestens eine Stunde zu Fuß den Berg hinauf nach Baltmannsweiler marschieren und dort seinen Dienst tun, dann noch einmal so weit quer über das Reichenbachtal zu uns herüber; zuerst nach Thomashardt, dann nach Hegenlohe und anschließend wieder auf den Bahnhof nach Reichenbach. Wenn ihn dann später der eine oder andere jüngere Bruder mit dem Motorrad chauffierte, war er sehr dankbar.

Sehr dankbar sind wir auch für den treuen Dienst von Bruder Max Rose über viele Jahre und alle die lieben Gemeinschaftspfleger: Hermann, Dietz, Gaul, Hug, die uns gedient haben, und jetzt für Bruder Tischler, der uns mit einer ganzen Reihe von Brüdern bis heute dient.

Höhepunkt im Jahresablauf war über viele Jahre die Monatsstunde. Solange die Gemeinschaftsstunde noch in Privathäusem war, fand sie in der Hegenloher Kirche statt. Anschließend verteilte man sich zu Kaffee und Hefekranz in die Häuser der Gemeindeglieder. Das war noch persönlich und individuell. Heute ist sie im Gemeindezentrum der Thomashardter Kirche angesiedelt. Das hat den Vorteil, daß beim Kaffeetrinken alle beieinander sind.

Einmal im Jahr besuchen uns die Reisebrüder. Eine Besonderheit ist, daß diese vom Esslinger Bezirk kommen; das ist eine alte Tradition.

Unsere Gemeinschaft ist – wie es häufig der Fall ist – ziemlich "überaltert". Die jüngeren Leute bevorzugen heute andere Angebote, die es bei uns reichlich gibt, zum Beispiel: Hauskreis, Gebetskreis, Liturgisches Abendgebet oder neuerdings Lobpreis-Gottesdienst. Wir bedauern es, dass dadurch der Anschluß zu den Jüngeren in unserer Stunde fehlt. Aber wir freuen uns auch, dass Gott sein Werk treibt, ganz gleich in welcher Form und Art, wenn‘s dabei nur um sein Wort geht.

Robert Specht